Nun blicken wir schon auf einige Jahre Erfahrung als Ganztagsschule zurück. Eine rasante Entwicklung haben wir in dieser Zeit vollzogen! Im Schuljahr 2004/05 haben wir das Konzept erstellt und sind zum 1. August 2005 in ein „teilgebundenes Ganztagsgymnasium“ umgewandelt worden. Damit genossen wir als eines von fünf Gymnasien das Privileg, mehr zu sein als das in der Presse häufig bemühte Bild der achtjährigen Gymnasien von „Halbtagsschule und Suppenküche“.

Nach dem Einstieg mit dem Jahrgang 5 im Schuljahr 2005/06 haben wir uns zu einem beschleunigten Ausbau der Ganztagsschule entschieden und alle Jahrgänge des achtjährigen Gymnasiums einbezogen. Inzwischen sind alle Jahrgänge 5-12 Teil der Ganztagsschule. Alle Schülerinnen und Schüler haben zudem in ihrer Mittagspause die Gelegenheit, ein frisch zubereitetes Mittagessen zu sich zu nehmen.

Nach dem Erfolg der zu Beginn eingeleiteten Maßnahmen, wie dem Jahrgangsbereich für die Klassen der Beobachtungsstufe und dem Klassenlehrernachmittag, haben wir uns in einem zweiten Schritt zu neuen weiterführenden Elementen in unserer Ganztagspädagogik entschlossen, die seit Beginn des Schuljahres 2006/07 greifen. So unterrichten wir seitdem fast ausschließlich in Doppelstunden, um Schüler wie Lehrer zu entlasten.
Um dies umzusetzen, unterrichten wir die „Zweistundenfächer“, wie zum Beispiel Physik oder Geschichte, als sogenannte Epochenfächer; diese Fächer werden nur für ein Halbjahr erteilt, dann jedoch mit vier Wochenstunden. So können auch die „Zweistundenfächer“ von der Veränderung der Unterrichtsmethodik in den Doppelstunden profitieren und Schüler wie Lehrer müssen sich auf weniger Fächer bzw. Schüler innerhalb der Schulwoche einstellen. Die Chance für eine individuelle Förderung wird dadurch erhöht.

Um den Rhythmus des Lernens dabei noch stärker dem Lernprozess der einzelnen Lerngruppe anpassen zu können, haben wir uns auch entschieden, das Klingeln abzuschaffen.

In der Entwicklung unseres Unterrichts in der Ganztagsschule legen wir großen Wert auf eine Verstärkung der Eigenständigkeit der Schüler und der Verantwortung für das eigene Lernen. Dieses Bestreben findet sich wieder in der Verstärkung von Phasen individualisierten oder kooperativen Lernens wie z. B. fächerübergreifender Projektarbeit, Wochenplanarbeit und dem Lernen mit Checklisten.

Als großer Gewinn in der täglichen Arbeit als Ganztagsschule hat sich unsere Kooperation mit der Jugendhilfeabteilung des „Rauhen Hauses“ erwiesen. Die Unterstützung, die die Sozialpädagogen und Erzieher den Fach- und Klassenlehrern sowie den Schülern und deren Eltern leisten, ist für uns inzwischen unverzichtbar geworden.